REZENSIONEN

"Der Kirmesmörder trieb sich um, als ich selbst noch in den Kinderschuhen steckte. Ich habe ihn durch Regina Schlehecks Roman erst kennengelernt. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Wie ein Puzzle setzen sich die verschiedenen Perspektiven von Menschen, die den Kirmesmörder J. Bartsch umgaben, zu einem Bild zusammen. Dabei tauchen wir nicht nur in die kranke Psyche des jungen Mannes, sondern auch in die Gesellschaft ein, die einen solchen Mann (u.a.) erst hervorgebracht hat. Toll, wie die Autorin uns mitnimmt auf diese Entdeckungsreise in die Vergangenheit, in die deutsche Nachkriegsgesellschaft, in eine Serie unglaublich brutaler Verbrechen und in die Psyche dieses Täters. Stellenweise musste ich die brutalsten Stellen überlesen, denn dieses Buch ist nichts fur Zartbesaitete."
5 von 5 Sternen

Andrea Rhein, Lovelybooks-Rezension, März 2017
 

"In den 1960er Jahren verschwanden immer wieder Jungs in der Region Essen von Kirmesplätzen. Der Täter - Jürgen Bartsch. Er lockte die meist 12-14-jährigen Jungs unter Vorwänden in einen alten Stollen, wo er sich an ihnen verging, sie quälte und tötete.
Eine wahre Geschichte, der sich Regina Schleheck in ihrem ersten Roman angenommen hat. Bücher über Jürgen Bartsch und seine Taten gibt es schon mehr als genug - Tatsachenberichte, Analysen, Betrachtungen. Sich dem Thema aus Warte von eventuell beteiligten Personen, auf rein fiktionaler Ebene anzunehmen, ist neu. In ihrem biografischen Kriminalroman erzählt Regina Schleheck die damaligen Geschehnisse aus dem Blickwinkel mehrerer Beteiligter. Unter anderem kommen Bartschs Opfer zu Wort. Des Weiteren schlüpft Regina Schleheck in die Erzählrolle von Personen, welche im Grunde keine Position im näheren Umfeld von Jürgen Bartsch einnahmen, sondern die Ereignisse durch die Zeitung oder Hörensagen wahrnahmen.
Die dabei von Regina Schleheck eingenommenen Erzählpositionen sind messerscharf skizziert. Man entwickelt schnell Ablehnung oder auch Verständnis für die einzelnen Personen. Die Gefühlsregungen sind klar und eindringlich beschrieben und im Fall von Jürgen Bartschs Opfern mehr als erschreckend. Wie in ihren sonstigen Kurzgeschichten hat sich Regina Schleheck sprachlich tief auf die entsprechenden Charaktere  eingelassen. Ganz klar sind die verbalen Grenzen von Kindern und derer einer einfachen Arbeiterin getrennt, was den Leser noch nachdrücklicher in die Geschichte eindringen lässt.
Die Hintergründe, warum wurde aus dem Adoptivkind Jürgen Bartsch ein gefährlicher Soziopath und Mörder, werden in diesem Buch natürlich ebenfalls beleuchtet. Die der Autorin zur Verfügung stehenden Quellen wurden hierbei in meinen Augen sehr gut genutzt. Man entwickelt eine Form von Verständnis für den Täter, was den Leser aber auch in einen persönlichen Interessenskonflikt bringt, spätestens dann, wenn sich Bartsch den Jungs "widmet".
Fazit: Ein für mich sehr lesenswertes Buch, welches mich oft nachdenklich stimmte und auch erschreckte.
Leseempfehlung: Nichts für sehr zartbesaitete  Leser, aber in jedem Fall ein hoch spannendes Buch mit viel Empathie und Einfühlungsvermögen geschrieben. Also ein hochverdientes JA."

Marita Wolff, wolffsbeute.blogspot.de, 12. April 2017

 

"Den meisten ist der Mörder Jürgen Bartsch ein Begriff. Ein junger Mann, der im Alter von 15 Jahren angefangen hat, zu quälen und zu morden - aber warum? Was nicht allen bekannt ist, sind die Fakten, aus welchen Verhältnissen er stammt und unter welchen Bedingungen er aufgewachsen ist. Diesen Teil seiner Kindheit und frühen Jugend beleuchtet Regina Schleheck und lässt tatsächlich für das Kind und den Jugendlichen Mitgefühl aufkommen. Was aus dem gepeinigten und misshandelten Jungen wurde, ist von Anfang an klar, aber es ändert nichts an den Gefühlen, die dieser biografische Roman auslöst. Wir Leser erleben hautnah mit, was Bekannte, Schulkameraden oder auch sein Kindermädchen fühlen oder erlebt haben mit Jürgen Bartsch. Wir erfahren Dinge über seine Adoptiveltern, die uns wirklich scharf Luft holen lassen.
Die Sprache des Buches empfinde ich als sehr angenehm und stimmig zur Geschichte.
Die Charaktere, die aus verschiedenen Sichtweisen das Leben von Jürgen Bartsch schildern, sind alle auf die ein oder andere Weise mit ihm persönlich bekannt und haben einen Stück seines Weges begleitet und sind gut dargestellt. Man bekommt auch ein Gespür für diese Menschen. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum hat niemand was gesagt? Wieso hat es so weit kommen müssen? Könnte ich damit leben, eventuell eine Teilschuld an den Ereignissen zu haben, weil ich weggesehen oder geschwiegen habe?
Neben diesem Thema greift Regina Schleheck scheinbar nebenher Dinge auf, die das Nachkriegsdeutschland betreffen: Gedankengut, Einstellungen der Menschen, die ersten Einwanderer, das Wunder von Bern, das wirtschaftliche aufstrebende Ruhrgebiet, die Tatsache, dass Männer ihren Frauen erlauben mussten, wenn sie arbeiten wollten, den §175 und §218. Karriere als Frau, Selbstbestimmung der Frau und offene Homosexualität, Dinge die für uns selbstverständlich sind, aber nicht immer waren. Regina Schleheck hat mich teilweise auf eine Reise in meine Kindheit mitgenommen. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und einige Redewendungen und Wörter, die in diesem Buch verwendet werden hatte ich seit Jahren nicht mehr gehört.
Fazit: Als ich die Vorstellung zu dem Buch gemacht und begonnen habe zu lesen, war mir bewusst, auf was ich mich einlasse, aber mit dieser Achterbahn der Gefühle habe ich nicht gerechnet. Regina Schleheck hat die Geschichte von Jürgen Bartsch geschickt verpackt und mehr als treffend beschrieben. Das Buch ist hart und grausam, aber auch lehrreich. Der Spagat zwischen Roman und Biografie ist ihr absolut geglückt. Ich war von dem Buch so gefesselt, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Volle 5 von 5 Punkten für dieses grandiose Werk.
Warnung: Auf Grund der Gräueltaten, die Jürgen Bartsch verübt hat, ist dieses Buch sicherlich nicht für die zarten Seelen unter uns geeignet - allen anderen lege ich dieses Buch ans Herz!"

 

"Wahres Verbrechen gekonnt literarisch in Szene gesetzt
Jürgen Bartsch und das Jahr 1966 - ein Kapitalverbrechen erschüttert das Land. Bartsch wurde bekannt als sadistischer Soziopath. Er ist außerdem bekannt als der Kirmesmörder. Lockte zahlreiche Kinder von Kirmesplätzen und missbrauchte und ermordete sie. Das passierte in Essen und Umgebung.
Wozu ein Mensch fähig sein kann ....
Rache- und Vergeltungsgedanken unter dem Volk ...
Bartsch wuchs - nachdem seine Mutter ihn ausgesetzt hatte - ein kaltes liebloses Leben in der Isolationshaft seiner Adoptiveltern. Gewalt und Missbrauch waren bei ihm zu Hause an der Tagesordnung.
Die Autorin hat sich der Geschichte dieses Menschen und seiner Taten literarisch gewidmet und geht in Kapiteln, die sich den gepeinigten Kindern widmen auf diese ein. Diese Verbrechen, die Bartsch begangen hat, werden in dem mir vorliegenden Buch noch einmal lebendig. Regina Schleheck hat sich damit auseinander gesetzt und die Geschichte dieses Vielfachmörders literarisch in eine Art Krimi verpackt - der in der Reihe "Wahre Verbrechen" im Gmeiner Verlag heraus gekommen ist.
Leseprobe:
========
"Auf dem Rummelplatz in Velbert. Der elfjährige Uwe Kahlweiß werde vermisst, hieß es. Die Zufallsaufnahme eines Amateurs zeigte ihn in Begleitung eines Unbekannten, mit dem er offensichtlich zuletzt zusammen gewesen sein musste. Der die beiden gefilmt hatte, kannte den Jungen entfernt und hatte sich deswegen gleich gemeldet, als die Suchaufrufe durch die Medien gingen. ...."
Wirklich gut geschrieben, gekonnt in Szene gesetzt und emotional doch auch sachlich, hinterfragend, alles noch einmal aufgreifend und nachdenklich machend. Man kann sich in die Kinder hinein versetzen, sehr bildhaft schreibt die Autorin, was ihnen widerfahren ist, wie sie fühlten und was den Täter wohl antrieb."
5 von 5 Sternen

HEIDIZ, Amazon-Rezension, 24. Januar 2017

 

"Großartiger, betroffen machender Roman
In quasi einem Rutsch gelesen, lässt dieser Roman ziemlich zwiegespaltene Gefühle zurück. Einerseits war mir das Buch zu kurz, ich hätte gern noch viel mehr gelesen, was besonders an dem überzeugenden, eingängigen und authentischen Schreibstil der Autorin lag. Andererseits war ich auch irgendwie froh, dass das Buch zu Ende ist. Denn insbesondere die Beschreibungen der Geschehnisse im Bunker überschreiten doch die Grenze zum Erträglichen – und das bewusst, wie ich vermute. Denn nur so kann dem mitleiderregenden Bild des in Kälte und Isolation aufgezogenen, liebebedürftigen Kindes ein entsprechender Kontrast gegenüber gestellt werden. Und der ist nötig, um die Sympathie mit dem Täter in ein angemessenes Verhältnis zur Empörung und zum Ekel zu setzen.
Das alles ist der Autorin wunderbar gelungen. Ebenso wie die Gegebenheiten, die Lebensweise und Ansichten jener Zeit darzustellen. Die Sprache der zu Wort kommenden Menschen ist sehr gut eingefangen und unverfälscht; die Ansichten und Gefühle dieser Nachkriegsgeneration sind schnörkellos wiedergegeben.
Das Ganze muss eine Gratwanderung für die Autorin gewesen sein. Letztendlich ist die Wiedergabe von Ereignissen der jüngeren Vergangenheit das wohl immer, aber besonders in einem so brisanten Fall wie dem Kindermörder Jürgen Bartsch. Zu viele Facetten gibt es zu berücksichtigen, unzählige Menschen haben das Leben dieses Täters geprägt, gestreift oder beobachtet. Aber die Kennzeichnung als Roman räumt immerhin einige Freiheiten ein, auf die man sich im Zweifelsfall berufen kann. Schlussendlich ist mein einziger winziger Kritikpunkt (wenn man es so nennen kann) an dem Roman, dass die Person Anni, die ich als entscheidend für die Geschichte empfunden habe, meinetwegen gerne noch ein wenig intensiver hätte beleuchtet werden können.
Fazit: Insgesamt ein herausragendes, wichtiges, aber zutiefst betroffen machendes Zeugnis der Zeitgeschichte!"
5 von 5 Sternen

Jana Hoffhenke, Amazon-Rezension, 21. Januar 2017

 

"Am 6. November 1946 kommt Karl-Heinz Sadrozinski zur Welt. Bevor er vom Ehepaar Bartsch aufgenommen wird und den Namen Jürgen führt, kümmern sich Krankenschwestern in einer Klinik um ihn. Eine der Schwestern ist auch weiterhin als Kindermädchen für ihn zuständig, darf den Kleinen lediglich versorgen, ihm aber keinerlei Zuwendung zuteil werden lassen. Die Adoptiveltern, die häufig miteinander streiten, überlassen das Kind häufig sich selbst, das in einem dunklen Raum hinter vergitterten Fenstern wohnt und nur selten nach draußen kommt. Das Kindermädchen sieht häufig blaue Flecken an dem Jungen, der ihr Mitleid erregt.
In der Schule gilt Jürgen Bartsch als Außenseiter, und wie ein wenige Jahre älterer Schüler erklärt, ist er ein "verzärteltes Mamakind", das sich für etwas Besseres hält, ängstlich ist und Geld dafür bezahlt, nicht verhauen zu werden. Für drei Jahre kommt Jürgen in das Internat Marienhausen, wo er sich gegen die Übergriffe pädophil veranlagter Pater nicht wehren kann. Bereits als Fünfzehnjähriger spricht Jürgen Bartsch, der eine Metzgerlehre beginnt, einen Achtjährigen auf der Kirmes an, missbraucht und erschlägt ihn. Einem Geistlichen vertraut er seinen größten Wunsch an, "ein Kind bei lebendigem Leibe aufzuschlitzen, um ein pochendes Herz in Händen halten zu können"!
Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch erschleicht sich das Vertrauen weiterer Jungen. Unter einem Vorwand lockt er sie in einen ehemaligen Luftschutzbunker, wo er sie auf grausamste Weise quält und drei weitere ermordet. Durch Zufall filmt ihn ein Amateur, wie er mit einem Jungen Autoscooter fährt, und die WAZ veröffentlicht das Foto. Nach seiner Verhaftung wird der Geständige am 6. April 1971 vom Landgericht Wuppertal zu einer Jugendstrafe und Unterbringung in die Klinik Eickelborn verurteilt, in der während des Dritten Reiches Zwangssterilisationen durchgeführt wurden. Um frei zu kommen, stimmt er schließlich einer Kastration zu, nachdem er 1974 zwar eine Schwesternhelferin heiraten, die Ehe aber nicht vollziehen durfte. Ohne die Anwesenheit eines Anästhesisten wird bei der Narkose das Anästhetikum verwechselt, woraufhin Jürgen Bartsch am 28. April 1976 im Landeskrankenhaus an Herzversagen verstirbt.
Der biografische Kriminalroman "Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch" von Regina Schleheck ist neben der Aufarbeitung seines Lebensweges, bei dem verschiedene Personen im Wechsel zu Wort kommen, auch ein Zeitzeugnis. So schreibt die Autorin vom Frauenüberschuss und der am Boden liegenden Wirtschaft nach dem Krieg. Sie erinnert an den unter dem Codenamen Operation Gomorrha durchgeführten Feuersturm im Juli 1943 auf Hamburg, an die Ängste der Kinder in den Bunkern, an die von Bergleuten gefürchteten Schlagwetterexplosionen und die Rettungsaktion bei dem Grubenunglück von Lengede, das einem Wunder gleichkam. Ihre Recherchen beziehen den Contergan-Skandal, wie auch die Studentenproteste während des Schahbesuchs in Deutschland mit ein, die im Tod von Benno Ohnesorg mündeten. Sie weiß aber auch von "Straßenfegern" zu berichten, die die Menschen an den Fernseher gefesselt haben, von Hollywoodstars, toupierten Haaren und Spielen auf dem Schulhof.
Wenn Regina Schleheck die zu Wort Kommenden in der Ich-Form erzählen lässt, dann in einer für das Ruhrgebiet typischen Ausdrucksweise. Dem ermordeten Klaus Jung gibt sie in ihrem biografischen Kriminalroman den Namen Karl Jung, Peter Fuchs nennt sie Peter Wolf, aus Ulrich Kahlweiß wird Uwe Kahlweiß und Manfred Graßmann, das letzte Opfer von Jürgen Bartsch, heißt bei ihr Martin Graßmann. Um Neutralität bemüht, weckt sie bei der Aufarbeitung der traurigen Kindheit des zur Bestie mutierten Jürgen Bartsch beim Leser Verständnis, wohingegen sie Mitleid mit den Opfern erzeugt, wenn sie aus der Sicht der Gepeinigten von ihren Qualen schreibt. Ob schon ab 16 Jahren eine Leseempfehlung befürwortet werden kann, ist fraglich, denn zumindest zartbesaiteten Gemütern kann die Lektüre nicht zugemutet werden.
Ganz besonders hat die Autorin aber die Prüderie der Nachkriegsgeneration anhand eines Zwillingspaares aufgearbeitet und die Doppelmoral, insbesondere der katholischen Kirche, angeprangert. Man mag es kaum glauben, aber Homosexualität wurde erst 1994 mit der Streichung des § 175 nicht mehr unter Strafe gestellt und die Berührung der eigenen Geschlechtsteile galt als schmutzig und verwerflich. "Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch" ist sicherlich kein Buch, das die Stimmung hebt, aber es sensibilisiert für die Notwendigkeit, kleinen Kindern Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, damit sich ihre Unzufriedenheit im späteren Leben nicht gegen Schwächere richtet."

Beatrix Petrikowski, www.aviso.de, 27. Dezember 2016

 

"In den sechziger Jahren hält ein Triebtäter das ganze Ruhrgebiet in Atem. Entführt auf Jahrmärkten Jungen und quält sie in seinem Versteck bestialisch zu Tode. Als ihm doch einer entrinnt und er daraufhin festgenommen wird, heißt es allerorten: Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Sehr einfühlsam schildert die Autorin das Geschehen; sie lässt dabei die Opfer berichten, dazu Weggefährten des Täters. Auffällig an diesem Roman ist, dass keine einzige Szene aus dessen Warte erzählt. Dennoch taucht der Leser in das zwanghaft-kriminelle Innere des Kirmesmörders ein.
Gleichzeitig ist der Roman, der ganz im Pulsschlag des Ruhrgebiets geschrieben ist, eine Sozial- und Mentalitätsgeschichte der jungen Bundesrepublik."

Martin Meyer, Schriftsteller und Musiker, 06. November 2016

 

"Ein großartiges Buch, das durch seine facettenreiche Erzählweise einen detaillierten und intimen Blick in die Zeit der sechziger bis hinein in die siebziger Jahre gibt. Die herrschende Aufbruchstimmung, die deutsche Engstirnigkeit, die Schuldgefühle. All dies bildet den Schauplatz des Romans, auf dem Täter und Opfer glaubwürdig und geradezu zwangsläufig agieren.
Regina Schleheck schildert eindringlich einen der historisch bedeutendsten Kriminalfälle in Deutschland, der die junge Bundesrepublik noch lange prägte. Nahegehend, berührend, doch niemals platt dringt Regina Schleheck in die Psyche von Opfern und Täter ein; bringt nahe, ohne zu nahe zu treten."
Histo Journal-Buchtipp des Monats.

Ilka Stitz, histojournal.de, 02.November 2016


"Wer (etwas) zu Kirmes und Gänsehaut von Regina Schleheck lesen möchte, kann das in ihrem neuesten Buch tun – und bekommt dabei auch gleich noch ein detailgetreues Sittengemälde der damaligen Zeit mitgeliefert. Prädikat: Besonders empfehlenswert"

Fenna Williams, www.genussliga.de, September 2016

 

"Ich bin ein paar Jahre zu jung, um die Ereignisse rund um Deutschlands fiesesten und wohl auch jüngsten Serienkiller der Nachkriegszeit miterlebt zu haben. Regina Schleheck begibt sich auf eine Reise ins dunkle Nachkriegsdeutschland. Alle sind so mit Wirtschaftswunder und Wiederaufbau beschäftigt, da bleibt wenig Zeit für Empathie. Für ungeliebte Kinder erst recht nicht. In sozialer Kälte wächst Bartsch auf, der diesen Namen erst von seinen Adoptiveltern erhält. Egal ob bei seinen neuen Eltern oder später im Internat, die Welt ist abweisend, kalt und grausam zu dem Außenseiter. Schleheck beleuchtet Kindheit und Adoleszenz von Bartsch aus der Perspektive verschiedener Menschen, die seinen Weg gekreuzt oder geteilt haben. Sie wirbt natürlich nicht um Sympathie für diesen unglaublich brutalen, sadistischen Mörder, aber weckt letzten Endes doch ein wenig Verständnis dafür, dass er zum Menschenfeind wurde. Sehr gut gefallen hat mir, neben dem sehr gut lesbaren Stil der Autorin, die Beschreibung der nüchtern-kalt-grausamen Zustände in dieser Zeit. Die Schilderung der Taten selbst müssen der Autorin sicher Albträume verursacht haben. Es gab Stellen, da wollte ich zuerst nicht weiter lesen. Aber es geht weiter bis zum bitteren Ende...
Gewünscht hätte ich mir am Ende noch eine kurze Zusammenfassung der echten biografischen Fakten.
Vielleicht kann man das ja für die nächste Auflage dranhängen.
Ansonsten ein großartiges, erschreckendes Buch.
Klare Leseempfehlung!

Günther Thömmes, Facebook-Rezension, 13. September 2016

 

"Authentische Erzählung mit unglaublichen Details"
"Dieses Buch bringt die Lebensgeschichte eines späteren Mörders mit sich. Eine authentische Erzählung, die unter die Haut geht. Auch in der Zeit, in der die Erzählung spielt, zeigt sich, dass es immer Verbrechen solcher Art gibt und geben wird."
5 von 5 Sternen

Amazon-Kunde, 11. September 2016

 

"Ungewöhnlich im Aufbau, stimmig in Erzählton und Sprache"
Regina Schleheck ist mit dem Buch "Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch" ein faszinierendes Zeitdokument gelungen, das viel mehr als nur den "Fall Bartsch" behandelt. Sie hält die Folgen der Nachkriegszeit, die Atmosphäre und typische Denkweise der 60er Jahre fest – schlägt mit vielen angerissenen Hinweisen zu unterschiedlichsten Ereignissen einen Bogen, der das Geschehen im geschichtlichen Kontext positioniert und vieles verständlich werden lässt, ohne direkt mit dem Finger darauf zu zeigen. Jede Erzählstimme bringt ihre ganz eigene Lebensgeschichte und daraus resultierende Sicht auf den Fall mit. Sehr beeindruckend, mit welcher Selbstverständlichkeit alltägliche Gewalt, Vorurteile und der Fortbestand nationalsozialistisch geprägten Gedankenguts geschildert werden, oft wertungsfrei und lapidar: "Das war eben so". Die Herangehensweise, die Geschichte aus vielen unterschiedlichen Perspektiven jeweils sehr subjektiv und Ausschnittsweise erzählen zu lassen, gibt dem Buch eine ganz besondere Note -  an die man sich zugegebenermaßen gewöhnen, und auf die man sich einlassen (wollen) muss. Persönlich hätte ich mir ein Nachwort gewünscht, das ein wenig Aufschluss darüber gibt, wie viel Fiktion und Realität in diesem "biografischen" Roman steckt – inwieweit die Protagonisten, die Regina Schleheck erzählen lässt, auf realen Menschen und ihren Aussagen oder Erinnerungen basieren. Der Mensch Jürgen Bartsch erhält eine greifbare Kontur als "Monster" und zugleich als tragische Gestalt, ohne eine eigene Stimme zu haben. Alles in allem: lesenswert!"
5 von 5 Sternen

Brigitte Pons, Lovelybooks-Rezension, 04. September 2016

 

"Ein Kindsmord ist kein Kinderspiel - seine Beurteilung aber ein Kaleidoskop der Wirklichkeiten"
"Die Geschichte des Kindermörders Jürgen Bartsch liest sich flüssig, ja man kann sie als echten 'Pageturner' bezeichnen.
Bei einem Täter, der Kinder zu Tode quält, steht das Urteil schnell fest: "So eine Bestie in Menschengestalt gehört weggesperrt auf Lebenszeit" – um die eher zurückhaltenden Formulierungen aus dem Mund aufrechter Bürger zu zitieren. Das ist heute noch genauso wie in den Sechziger Jahren, egal ob der 'Kirmesmörder' Jürgen Bartsch im Ruhrgebiet zuschlägt oder Silvio S. ein Kind vor dem LAGESO in Berlin entführt. Die Sehnsucht sich das Grauen vom Leib zu halten, und das faszinierte Aufsaugen möglichst vieler Details sind die zwei Pole der Berichterstattung und auch der Wahrnehmung solcher Fälle in der Öffentlichkeit. Das Verlangen nach schwerer Bestrafung, ja Rache geht Hand in Hand mit dem Wunsch eine Erklärung für das Unerklärliche zu finden. Schnell ist man da mit Schuldzuweisungen bei der Hand. Die Gene. Das Elternhaus. Schule. Mobbing. Sexueller Missbrauch. Schlechte Freunde. Drogen und Alkohol. Arbeitslosigkeit. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Irgendwas ist immer – und jeder pickt sich das heraus, was zu seiner Weltanschauung passt. Und genau dieses Kaleidoskop der Wirklichkeiten bildet Regina Schleheks Tatsachenroman auf beeindruckende Weise ab. Es kommen verschiedene Wegbegleiter Jürgen Bartschs zu Wort, von seinem Kindermädchen bis zum Mitschüler und Kollegen, aber auch Außenstehende, die alles nur aus der Presse kennen und sich ein Bild machen, das mehr oder weniger subjektiv eingefärbt ist (mehr oder weniger braun könnte man auch sagen, denn die Nazizeit wirft immer noch erschreckend lange Schatten bis weit in die Sechziger hinein). In den protokollartigen Statements weht uns der ganze Mief der Nachkriegszeit an, die bis tief in die Familien hinein von Gewalt, Tabus, Lügen und Verschweigen verkrustet war. Aufatmend möchte man das Buch zur Seite legen und sich trösten damit, dass die Zahl der Kindsmorde seit Jahren stark zurückgeht. Aber zum einen nimmt dafür die Gewalt gegen Kinder signifikant zu. Und zum anderen, klingen viele Statements im Roman erschreckend vertraut: sei es die 'Lügenpresse', der Ruf nach (rechter) Zucht und Ordnung, der Wunsch nach traditionellen Familienverhältnissen und nicht zuletzt eine krasse Fremdenfeindlichkeit und Schwulenhetze. Unsere plurale Gesellschaft, von deren Vorteilen so viele profitieren, scheint beim Lesen auf einmal wieder durchweht vom Geiste des Ewiggestrigen. Das macht dieses Buch so beklemmend aktuell. Nicht wegen der gut recherchierten Mordgeschichte, sondern als Porträt einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft. Last but not least sei noch erwähnt, dass auch die Voyeure extremer Gewalt ziemlich harten Stoff geboten bekommen. Die Mordszenen sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Aber die Stärke des Buches liegt eindeutig darin, verschiedene Stimmen der bundesrepublikanischen Wirklichkeit der Sechziger zu einem Kaleidoskop der Wirklichkeiten zusammenzufassen."

Ulrike Blatter, Druckfrisch!, 04. September 2016

 

"Die Realität ist grausamer als jeder Thriller!"
"Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch von Regina Schleheck ist eines der ersten Bücher, die in der neuen Reihe "Wahre Verbrechen" im Gmeiner Verlag erschienen sind.
Als allererstes möchte ich ein großes Lob an die Autorin aussprechen. Für dieses Buch wurde super recherchiert und der Umgang, mit diesem doch heiklem Thema, ist super. Zur Zeit von Jürgen Bartsch war ich noch nicht geboren, aber da ich mich schon seit meiner Jugend mit wahren Verbrechen, Serienmördern, etc. beschäftige, war mir der Fall natürlich bekannt. Aber ich muss sagen, dass ich doch jede Menge neuer Infos durch das Buch bekommen habe und zum Fall Bartsch ist das eins der besten Bücher, das ich bis jetzt gelesen habe.
Fazit: Die Realität ist grausamer als jeder Thriller! Super Buch zu einem erschreckenden Fall. Hierfür gebe ich gerne meine Leseempfehlung!"
5 von 5 Sternen

Bianca Pohlig, mordsbuch.net, 29. August 2016

 

"Alle wichtigen Neuerscheinungen auf einen Blick"
"Ein literarisches Puzzle - intensiv, bewegend und erhellend."

Gong/Hörzu, 26. August 2016

 

"Verstörend und faszinierend!"
"Wer das verstörende Gefühl kennt, das einen beschleicht, wenn man feststellt, dass man Mitleid, ja sogar Verständnis für einen Serienmörder, einen Sadisten, der ohne jeden Skrupel die Gutgläubigkeit kleiner Jungs für seine niederen Begierden ausnutzte, entwickeln kann, der wird dieses Buch lieben. Zuletzt ging mir das so bei "das Schweigen der Lämmer" - ein eloquenter, gebildeter Serienmörder, jedoch reine Fiktion und somit gut verdaulich. Jürgen Bartsch, das ist Realität, die mich zum Nachdenken bringt. Der Mensch hinter dem Monster wird ebenso sichtbar wie die Verantwortung derer, die sich angesichts der Geschehnisse am liebsten in gebührendem Abstand halten.
Das Buch ist so brutal ehrlich geschrieben, dass es mir beim Lesen manchmal die Sprache verschlug und mich dennoch nicht eher ruhen ließ, bis die letzte Seite verschlungen war, um mich dann fassungslos noch auf eine Google-Reise zu schicken, weil ich der irrigen Überzeugung war, dass dieses Geflecht an schicksalshaften Begegnungen nur einer Fantasie entsprungen sein könnte. Großartige Biografie."
5 von 5 Sternen

Vera Steden, Amazon-Rezension, 15. August 2016

 

"Getrieben von Angst vor der Schande"
"Die 'Causa Bartsch' beschäftigte mich bereits in meiner Jugend, wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass er 1976 in die Sicherungsverwahrung des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt verbracht wurde. Da gab es zuhause einmal mehr die eindringliche Warnung mit niemandem Fremden mitzugehen.
Heute, knapp 50 Jahre nach dem letzten Mord und 40 Jahre nach seinem Tod in der LWL Klinik, berührt mich der Werdegang dieses Menschen erneut.
Es war der 21. Juni 1966, als Jürgen Bartsch festgenommen wird. Bis dahin hatte er in den vergangenen vier Jahren vier Jungen in Alter zwischen 8 und 13 Jahren in einem Luftschutzstollen auf sadistische Weise missbraucht, getötet und notdürftig verscharrt. Seinem fünften Opfer gelang die Flucht. Ein juristischer Prozess gegen den "Jahrhundertmörder" endet schließlich mit einer Jugendhaftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Im Alter von 39 Jahren stirbt der Kirmesmörder auf dem Operationstisch in Eickelborn, todesursächlich ein Narkosefehler.
Der Kriminalroman "Der Kirmesmörder Jürgen Bartsch" beginnt mit dem schrecklichen Verbrechen an Paul, dem Jungen, der sich retten konnte. Ein Schaudern beim Gedanken an das, was sich in realita in dem Bunker abgespielt hat, ruft in dem Leser Wut, Abscheu und ein unbeschreibliches Grauen hervor.
In den folgenden Kapiteln erfahren wir aus der Perspektive verschiedener Personen, die mit Jürgen Bartsch Kontakt hatten, seine Entwicklung vom aufgeweckten, fröhlichen Kleinkind bis zum ungeliebten Adoptivsohn; gepiesackt, geprügelt, selber misshandelt, oftmals verstoßen, aufgewachsen ohne soziale Kontakte und kaum geliebt. Nach außen gab er sich stets charmant, war eine gepflegte Erscheinung. Doch die Autorin Regina Schleheck gewährt uns einen Einblick in sein Innerstes, sodass man trotz der Grausamkeit bisweilen Mitleid mit dem jungen Bartsch bekommen kann. Ein junger Mann auf der Suche nach Zuneigung und Anschluss in der Gesellschaft. Es stellt sich die Frage nach der Schuld.
Ein absolut eindrucksvoller Kriminalroman, der tiefe Einblicke in die menschliche Psyche gibt, der einmal mehr aufzeigt, was mit einem Menschen geschehen kann, wenn das soziale Umfeld schädigt, der die damalige Denkweise der Gesellschaft wunderbar herausarbeitet.
Ein beeindruckend feinfühlig und zugleich schonungslos offener Roman über einen der spektakulärsten Fälle der Nachkriegsgeschichte.
Den Roman sollten Sie auf keinen Fall verpassen!"

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung in Lippstadt, 12. August 2016

 

"Erschütternd gut"
"Habe gerade das Buch zugeschlagen. Bin tief beeindruckt, wie die Autorin Regina Schleheck mit diesem schwierigen Thema umgegangen ist. Schonungslos hat sie die Perversitäten und Gewalttaten an den Kindern beschrieben, was kaum auszuhalten ist, aber sein muss, um die "Bestie" nicht zu verherrlichen. Es darf nichts unter den Teppich gekehrt werden. Wie gefährlich Letzteres sein kann, erfahren die Leser in den Passagen der einzelnen Erzähler, die mittelbar oder unmittelbar Jürgen Bartsch durchs Leben begleiteten. Immer tiefer gerät man in den Strudel seiner Vergangenheit, der Verwicklungen und Verleumdungen. Fast hat man Mitleid mit Jürgen Bartsch, ist doch der höllisch Quälende auch ein höllisch Gequälter. Er selbst soll beantragt haben, durch einen operativen Eingriff im Gehirn, von seiner Triebhaftigkeit und der Lust am Morden befreit werden zu wollen. Das wurde ihm verwehrt. So hatte er sich zu einer Kastration entschieden, die ... aber ich will nicht vorweg greifen, auch wenn es allgemein bekannt sein dürfte.
Obwohl ich damals alle Berichterstattungen als Zeitzeugin verfolgt habe, erfuhr ich viel Neues und Wissenswertes rund um den "Fall Jürgen Bartsch". Die verschrobenen Denkweisen der "Alten" mit ihren Vorurteilen, besonders was die Homosexualität angeht - ließen mich beim Lesen mehrmals nicken. Ja, so hatte ich es als Kind und Jugendliche oft gehört, wenn ein Mann sich "so seltsam" benahm. Aber auch diese Alten waren Opfer ihrer Erziehung, in der es manchmal die Prügelstrafe gab. Ist noch gar nicht so lange her.
Alles in allem ein nachdenklich machender "Biografischer Kriminalroman"."
5 von 5 Sternen

Vielleserin/Ingrid Schmitz, Amazon-Rezension, 09. August 2016
siehe auch http://krimischmitz.de/

 

"Das Bartsch Buch ist der Knaller! Ein schwieriges Thema, eine Rückerinnerung in die miefigen Fünfziger/Sechziger Jahre, in denen ich als Kind den diffusen Horror und gleichzeitige Zuschaustellung dieser grausigen Verbrechen irgendwie im Hinterkopf hatte. Mir gefällt auch dieser recht sachliche Schreibstil und der Perspektivenwechsel durch die verschiedenen Personen, denen jeweils das Kapitel gewidmet ist. Ich werde es auf jeden Fall noch einige Male verschenken, allein schon um mich auszutauschen!"

Simone Fey-Hoffmann, Facebook-Rezension, 09. August 2016

 

"Vor ca. 2 Stunden habe ich das wunderschöne Buch zu Ende gelesen. Um es vorwegzunehmen: dieses Buch kann ich jedem wärmstens empfehlen, dem der Fall Jürgen Bartsch noch in Erinnerung ist. Dann ein großes Lob für dich, Regina, für deine mit Sicherheit recht zeitaufwändigen und genauen Recherchen zu diesem biographischen Kriminalroman. Begeistert hat mich dein Schreibstil, die gute Lesbarkeit und natürlich der eigentümliche Aufbau dieser tragischen Geschichte. Die besonderen Charaktereigenschaften aller beteiligten Personen in diesem Tatsachenroman sind tiefsinnig, feinfühlig und psychologisch besonders gut dargestellt. Jede der Bezugspersonen zu J. Bartsch wird in einer Kurzbiographie in ihren besonderen Eigenschaften genau beschrieben. Auch das jeweilige Verhältnis zu J. Bartsch wird in sehr verständlicher Weise dem Leser genau geschildert. Die bestialischen Morde, die seinerzeit von allen Medien begierig aufgesaugt und reißerisch-sensationell vermarktet wurden, werden in dem Buch zwar in Einzelheiten, aber fast sachlich vorgetragen. Trotzdem bekam ich eine Gänsehaut und meine Gefühle erstarrten fast zu einem Eisblock. So detailliert hatte ich die einzelnen Morde nicht mehr in Erinnerung.
Weiterhin fand ich interessant, wie die Biographie des Täters in Verbindung mit den Besonderheiten der Nachkriegszeit gebracht wurde. Man fühlt sich förmlich in die 50er und 60er Jahre zurückversetzt. Die Nachkriegszeit, eine Zeit des Um- und Aufbruchs, wird vor dem geistigen Auge wieder lebendig. Die Nachwehen Nazideutschlands werden spürbar. Sehr viele Ereignisse, auch solche, über die man heute noch nicht gern spricht, werden angesprochen, beschrieben und somit als potentielle Ursächlichkeiten für die wahrscheinlichen Motive der grausamen Taten in Betracht gezogen. Ebenso werden die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe der damaligen Zeit feinfühlig mit eingeflochten. Im Schlussteil, wo der bis heute noch recht fragwürdige Tod des Täters geschildert wird, zeigen sich noch einmal deutlich die ganzen Merkwürdigkeiten, die dieser spektakulärste Fall in ganz Deutschland ausgelöst hat. Bis heute gibt es hierzu noch immer Fragen, die nicht mehr beantwortet werden können. Insgesamt ein gelungenes, fantastisches Buch, das zu einem Leseabenteuer herausfordert. - Ganz herzlichen Dank hierfür!"

Hartmut Bock, Facebook-Rezension, 01. August 2016

 

zurück